10.03.2011

Senioren im Internet

nicht von mir, sondern von Harry, der heute seinen 75. Geburtstag feiert.



Herzlichen Glückwunsch!

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Wir wurden vor der Erfindung des Penicillins, vor dem Durchbruch des Fernsehens und der
Schluckimpfung sowie des hochwertigen Kunststoffes, aber mitten in den anglo-amerikanischen
Bombennächten geboren und kannten keine Starfighter, Phantomjäger und Raketen.
Wir wussten, dass eine Stalinorgel kein Musikinstrument und eine Messerschmidt Me109 keine Küchenmaschine war.
Für uns galt damals die Jagd nach dem täglichen Brot.
Trainiert wurde nicht die schlanke Linie, die war vorhanden, sondern, es galt ein
sogenanntes Überlebenstraining. Es gab menschliche Kontakte, aber keine
Kontaktpersonen, Kontaktlokale oder gar Kontaktlinsen.
Wir waren schon da, ehe es Radar, Laserstrahlen, Kreditkarten, die Atomspaltung, Telefax und
auch Kugelschreiber gab. Es gab noch keine Geschirrspülmaschinen.
Auch keine Wäschetrockner, Videorecorder, Camcorder, Leggins, Jeanshosen und Last-Minute-Flüge.
Es war damals noch kein Mensch auf dem Mond. Wir sind auch die letzte verdummte Generation
die glaubte, dass eine Frau einen Mann erst heiraten muss, um ein Baby zu bekommen.
Wir haben erst geheiratet und dann zusammengelebt und nicht umgekehrt ...
Wir mussten fast alles selbst bewerkstelligen und in die Hand nehmen und mit dem auskommen,
was wir hatten und man war zufrieden, denn "Bock" mussten wir immer haben.
Wir hatten als Lehrling auch keine eigene Wohnung! Und lebten, wenn wir verheiratet waren, bei den Eltern in einem Zimmer.
Wir waren da, bevor es Kondome, Pampers, die Emanzipation sowie Aussteiger, Querdenker
und eine computergesteuerte Heiratsvermittlung gab.
Es gab noch keine Eheberater, Psychiater, Psychotherapeuten, keine Gruppentherapie,
keine Sonnenstudios, keine Zweitwagen und keine Kinder-Erziehungszeiten für Väter.
Es gab Pillen, aber nicht "die Pille", auch kein drahtloses Telefon, kein Handy und keine
Satelliten. Es gab keine Musikbands und keine Musik vom Band und nur wenige konnten sich
ein Grammofon leisten...
Trotz harter Zeiten gab es keine Drogen, keine Verrückten und Ausgeflippten.
Auch keine jungen Männer, die Ohrringe und Metall an bestimmten Körperteilen trugen.
Es gab nur Realität, was auch immer man daraus machte. Es gab keine Nietenhosen und
Westernstiefel, dafür aber eine einfache weiße Bluse mit Faltenrock.
Man hatte auch nie was von Pizzas, Mc.Donald's, PC oder Software oder gar Internet gehört.
Wir haben Briefe noch mit 6-Pfennig-Marken frankiert und konnten für 10 Pfennig mit der
Straßenbahn von einem Stadtende zum Anderen fahren.
Die in unserem Leben vollzogene rasante technische Entwicklung, der Zerfall moralischer Werte,
Sitten und Tugenden, all das haben wir über uns ergehen lassen und haben gar manches durchlebt
und dabei überlebt.
Trotz Schicksalsschlägen haben wir alles in allem Glück gehabt, was Grund genug ist,
dafür das Glas zu erheben, zu danken und zu feiern. Feiern wir, solange es uns gibt.
Es hätte auch anders kommen können. Die längste Zeit hat unser Besuch auf dieser
zerstrittenen Welt sowieso gedauert.
Sind wir wieder einmal zufrieden, es hätte auch schlechter werden können.


Sind wir dankbare Zeitgenossen.

Hierauf ein herzhaftes P R O S I T!
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