09.02.2008

So wird Leipzig von der Welt gesehen

Schulden-Rathaus macht Kitas teurer

LEIPZIG - Immer auf die Kleinen! Leipzigs harten Sparkurs nach dem geplatzten Stadtwerke-Verkauf sollen nun als erstes die Kinder zu spüren bekommen. Die hoch verschuldete Stadt will die Elternbeiträge für Kindertagesstätten und Horte in die Höhe schrauben. Und das, obwohl diese Gebühren erst im letzten Jahr angehoben wurden.Knapp drei Euro mehr will Leipzigs Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) den Eltern für die Betreuung ihrer Kinder im Monat abknöpfen. Der Neun-Stunden-Platz im Kindergarten würde dann 117,49 Euro, in der Krippe gar 193,12 Euro kosten. Zum Vergleich: Chemnitz verlangt für die gleiche Stundenzahl nur 98 Euro bzw. 161 Euro (Krippe). In Dresden kostet ein Kindergartenplatz 120,21 Euro, der in der Krippe 176,29 Euro.Nach dem via Bürgerentscheid gekippten Stadtwerke-Verkauf, der Leipzig von einem Teil seiner 900 Millionen Euro Schulden befreit hätte (Morgenpost berichtete), hat es die Verwaltung nun sehr eilig mit dem Erschließen neuer Geldquellen. Seine Vorlage will Fabian noch im März vom Stadtrat beschließen lassen, schon ab Mai soll die neue Beitragsordnung in Kraft treten - nur 14 Monate nach der letzten Kita-Gebührenerhöhung.Offiziell nennt Fabian steigende Betriebskosten als Hauptgrund für die neuerliche Anpassung. Dass Leipzigs Umlagefaktor aber anders als in vielen Nachbarkommunen seit Jahren an der gesetzlichen Obergrenze liegt, sei der Preis, den die Leipziger für ihre hohe Verschuldung zahlen müssten, bekannte er bei der Vorstellung seiner Vorlage. Ob die tatsächlich beschlossen wird, ist indes unklar. In den Stadtratsfraktionen von CDU und Linken regt sich bereits Widerstand.
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